Studienreise nach Israel - April/Mai 2012

Von 27. April bis 06. Mai 2012 veranstalteten die Österreichischen Freunde von Yad Vashem eine Israelreise, die auch für wahre Israel-Kenner viel Neues bot. Auf dem Programm standen wieder zahlreiche bedeutende Plätze und Einrichtungen des Staates Israel. Natürlich durfte auch ein Besuch in der Jerusalemer Holocaust-Gedenk- und Forschungsstätte Yad Vashem nicht fehlen. Die Teilnehmer konnten sich auf die Besichtigung interessanter Projekte und auf beeindruckende Begegnungen freuen.

 

Gleich nach der Ankunft ging es in die Wüste Negev, wo die Gruppe im Kibbutzgästehaus Mashabei Sade nach einem Abendessen die Atmosphäre der liebevoll gestalteten Kibbutzanlage genießen konnte. Am nächsten Tag erfuhr die Reisegruppe viel Wissenswertes über die Nabatäer und deren ausgeklügeltes Bewässerungssystem, das es ermöglichte, im extremen Wüstenklima Landwirtschaft zu betreiben. Auch ein Besuch in Michaels Obstgarten stand auf dem Programm.

 

 

 

Ein besonderes Highlight war die landwirtschaftliche Forschungsstation. Die Gruppe wurde von einer Expertin durch die Anlage geführt und erfuhr dabei interessante Details über innovative Anbaumöglichkeiten und Erfolge, sowie laufende Projekte und verschiedene Forschungsbereiche.

 

 

 

 

Die Reiseroute führte die Gruppe weiter zur byzantinischen Ruinenstadt Shivta, die einst als bedeutendes landwirtschaftliches Zentrum zur größten Stadt im Negev herangewachsen war.

Anschließend konnten sich die Teilnehmer im neu angelegten Bad der Thermal-Mineralquellen Neve Midbar erfrischen und entspannen, bevor es hinauf nach Jerusalem ging.

 

 

 

In Jerusalem erwartete die Teilnehmer eine Reihe von historisch und politisch interessanten Sehenswürdigkeiten. So bekamen sie im „Verbrannten Haus“ authentische Zeugnisse der brutalen Zerstörung Jerusalems im 1. Jh. durch die Römer zu sehen.

Danach machte die Gruppe eine Zeitreise durch die Davidstadt, den Hisikiatunnel sowie die Königsgräber und wanderte durch den neu entdeckten Tunnel der römischen Straße. Am Abend stand ein Besuch des Westmauertunnels auf dem Programm.

In der Judäischen Wüste in Erez Bereshit konnten die Reisenden einiges über die Lebensumstände der biblischen Erzväter erfahren – ein außergewöhnliches Abendessen im Beduinenzelt rundete den Abend ab.

Sehr beeindruckend war am nächsten Tag die Besichtigung des Davidson Centers, in dem mit modernster Technik die Geschichte Jersualems, besonders im Bereich des Tempelbergs, wieder lebendig wird. Man hatte das Gefühl, hautnah dabei zu sein. Der Archäologische Garten ließ beim Betrachten der historischen Funde die Pracht und Größe des Tempels erahnen, was für alle ein besonderes Erlebnis war. Nächster Programmpunkt an diesem Tag war ein Besuch im Herzl-Museum, in dem das Leben und Wirken des großen Visionärs Theodor Herzl auf kreative und anschauliche Weise vermittelt wird.

 

 

Den Nachmittag verbrachte die Reisegruppe dann in         Yad Vashem. Zu Beginn des Besuches stand eine Führung durch das berührende Museum der Gedenkstätte auf dem Programm. Wie keine andere Einrichtung zeigt Yad Vashem darin den Leidensweg des jüdischen Volkes durch die Gräuel der Shoa. Zutiefst erschütternd war auch der Besuch des Kinder-Memorials, in dem der eineinhalb Millionen Kinder gedacht wird, die dem mörderischen Wahnsinn des Nationalsozialismus zum Opfer gefallen sind.

Einmal mehr führte uns dieser Nachmittag vor Augen, wie wichtig die Arbeit der weltweit größten und bedeutendsten Holocaust-Gedenk- und Forschungsstätte ist.

 

Allen Teilnehmern war es eine große Freude, den Abend in Gesellschaft von Prof. Haim Avni und seiner Gattin Esther zu genießen. Der renommierte Argentinien-Experte ist dem österreichischen Freundeskreis eng verbunden und hat auf dessen Einladung im Juni 2011 einen hoch interessanten Vortrag in Linz gehalten.

 

 

 

 

Der nächste Tag führte die Reisenden in die älteste Stadt der Welt, nach Jericho. Dort inspizierte die Gruppe die Ausgrabungen des antiken Jericho und fuhr mit einer      (in Österreich hergestellten) Seilbahn auf den „Berg der Versuchung“. Am Vormittag gab es auch noch die Gelegenheit für ein vergnügtes Bad im Toten Meer.

Ein besonderes Erlebnis war die Besichtigung eines israelischen Wasserwerks, das in besonderer Weise den Erfindungsreichtum und den innovativen und kreativen Charakter der Menschen in diesem Land zeigt und die gesamte Gruppe sehr beeindruckte.

 

Danach gab es eine Tour durch das entzückende Nazareth Village, wo ein nachgebautes, antikes Dorf aus biblischer Zeit von altertümlich gekleideten Bewohnern und Handwerkern zum Leben erweckt wird. Die Zeitreise 2000 Jahre zurück in die Geschichte hat den Mitgliedern viel Spaß gemacht.

 

 

 

 

Ein weiterer Zeitensprung versetzte die Reisegruppe dann in die Epoche der Kreuzfahrer: Die unzähligen Ausgrabungen in der historischen Stadt Akko sorgten mit ihrer altertümlichen Architektur und dem historischen Hintergrund für einen spannenden Nachmittag. Auf dem Besichtigungsprogramm stan danch auch die alte Karawanserei, die als Drehort für den Film "Nicht ohne meine Tochter“ diente.

 

 

 

 

Tags darauf fuhr die Reisegruppe über die grüne Linie ins Westjordanland, um die palästinensische Stadt Jenin zu besichtigen. Die 35.000-Einwohner-Stadt war während der 2. Intifada ein Brennpunkt des Palästinenser-Aufstandes, heute steht sie jedoch für die friedliche Koexistenz mit den israelischen Nachbargemeinden.

Im Haddad Tourism Village konnten die Reiseteilnehmer ein palästinensisches Museum besuchen und beim Mittagessen die typische arabische Gastfreundschaft genießen. Auch eine Führung durch den Suq und eine Präsentation von Bauprojekten standen auf dem Programm.

 

Auf dem Weg ins benachbarte, israelische Gilboa gab es einen kurzen Zwischenstopp, um einen Blick auf das Jesreeltal zu werfen und mehr über die historische Bedeutung dieser Gegend zu hören.

In Gilboa traf die Gruppe auch einen israelischen Lokalpolitiker, von dem sie vieles über die Hintergründe und die Beziehungen zu den benachbarten palästinensischen Autonomiegebieten und die bestehenden gemeinsamen Projekte zur Unterstützung der palästinensischen Bevölkerung in der Stadt Jenin erfuhr.

 

Anschließend ging die Reise weiter nach Norden, in die Hula-Ebene und zum gleichnamigen See. Einst als Malaria-verseuchtes Sumpfgebiet gefürchtet, konnte das Tal von den jüdischen Pionieren trocken gelegt werden. Die Hula-Ebene ist ein wichtiger Rast- und Ruheplatz für viele Zugvögel, die das Mittelmeer östlich umfliegen. Im Naturschutzgebiet rund um den See finden die Vögel ungestörte Ruheplätze und ausreichend Nahrung auf ihrem Weg. Das Besucherzentrum bietet dazu eine beeindruckende 5D-Multimediashow.

 

 

In einem humorvoll gestalteten Film zeigte uns Avner Talmon, wie er auf die Idee kam, Olivenöl herzustellen und wie seine innovative Olivenölpresse hochwertige und exzellente Öle produziert. Die anschließende Verkostung der verschiedenen Sorten und der liebevoll gestaltete Shop luden dazu ein, noch ein paar weitere Souvenirs in Form von Ölfläschchen, Cremes und Seifen einzukaufen.

 

 

 

 

Die weitere Fahrt auf die Golanhöhen und die Reste der Stützpunkte am Golan zeigten eindrücklich, wie überlebenswichtig die Kontrolle über dieses Gebiet für Israel aus politischer und militärischer Perspektive ist.

Im Kibbuz Misgav Am, der direkt an der Grenze zum Libanon liegt, berichtete ein Bewohner über das einst friedliche und herzliche Zusammenleben mit den libanesischen Nachbarn vor der Zeit der faktischen Machtübernahme durch die Hisbollah. Er wusste auch viel Interessantes über das Leben im Grenzland zu berichten.

 

 

Der nächste Tag führte die Reisegruppe nach Bet She`arim, wo sie die „Totenstadt“ mit ihren Gräbern besichtigte. Danach ging es entlang der Via Maris nach Cäsarea Maritima. Unzählige Ausgrabungen in der einst bedeutenden, antiken Hafenstadt hatten wahre Schätze zutage gebracht. Die Besucher waren überaus fasziniert von dieser Sehenswürdigkeit.

 

 

 

 

Dann ging die Reise weiter in die Mittelmeer-Metropole    Tel Aviv mit ihrem Nebeneinander aus modernen Glasbauten und historischen Gebäuden aus der Bauhaus-Epoche der 1930er Jahre. Nach einer Stadtführung fand der Tag seinen Ausklang in einem Restaurant am Mittelmeerstrand.

 

 

 

 

 

Der letzte Tag in Tel Aviv diente der Entspannung am Meer und brachte die Reisenden noch einmal zum orientalisch-mediterranen Carmel-Markt und in die herrlichen „Stoffstraßen“, wo jeder noch einmal nach Herzenslust einkaufen konnte, bevor uns das Flugzeug zurück nach München brachte.