19.04.2012

Yom HaShoa in Israel

Mit einer großen Delegation nahmen heuer die Österreichischen Freunde von Yad Vashem an den offiziellen Gedenkzeremonien des Staates Israel zu Ehren der Opfer der Shoa teil. 18 Mitglieder, unter ihnen der Linzer Vizebürgermeister MMag. Klaus Luger (SPÖ), reisten nach Jerusalem, um den Yom HaShoa in der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte  Yad Vashem zu begehen. Rund um den Gedenktag hatte der Freundeskreis für die Teilnehmer auch noch eine interessante Studienreise quer durch Israel organisiert.

 

 

Die Reise begann nach der Landung in Israel mit einer Rundfahrt durch die "Bauhaus"-Metropole Tel Aviv. Bei dem anschließenden Besuch im historischen Jaffa genossen die Reiseteilnehmer die Atmosphäre in den Gassen des pittoresken Künstlerstädtchens und den wunderschönen Blick auf die Strand-Skyline des nahen Tel Aviv. Noch am Abend ging es hinauf nach Jerusalem, wo die Reisegruppe in den nächsten Tagen wohnen sollte.

Von der Hautpstadt Israels aus erkundeten die Teilnehmer am nächsten Tag zuerst die Wüste: Qumran, das Tote Meer und schließlich den Negev, wo ein Besuch des Kibbuz Sde Boker mit David Ben Gurions Wohnhütte auf dem Programm stand.

 

 

 

 

 

Den nächsten Tag verbrachten die Reiseteilnehmer wieder in Jerusalem. Am Morgen besuchte die Gruppe das Herzl-Museum und im Anschluss daran die Knesset, das israelische Parlament. Zu Mittag tauchten die Reisenden in die lebhafte orientalische Atmosphäre des Mahane Yehuda-Marktes ein. Nach einem Spaziergang durch die Jerusalemer Fußgängerzone genossen die Mitglieder auch noch das eindrucksvolle Panorama von der Haas-Promenade.

Holocaust-Überlebender Anatoly Rubin

Am Abend des 18. April, dem Vorabend des Yom HaShoa, fand in Yad Vashem die bewegende Gedenkzeremonie des Staates Israel zu Ehren der sechs Millionen Opfer der Shoa statt. Die Zeremonie auf dem „Warschauer-Ghetto-Platz“, an der die Spitzen des Staates Israel, Diplomaten aus vielen Ländern sowie mehrere tausend Überlebende und Besucher teilnahmen, wurde landesweit live im Fernsehen übertragen. Der Abend hinterließ bei der österreichischen Delegation tiefen Eindruck.

 

 

Am darauf folgenden Yom HaShoa (19.4.2012), legten in Yad Vashem Delegationen aus aller Welt Kränze zu Ehren der Opfer des Holocaust nieder. Für die Österreichischen Freunde von Yad Vashem taten dies Vorsitzender Günther Schuster und der Linzer Vizebürgermeister MMag. Klaus Luger. Nach den Zeremonien besuchte die österreichische Delegation das Holocaust-Museum sowie die zutiefst erschütternde Kinder-Gedenkstätte in Yad Vashem, am Nachmittag traf die Gruppe dann zu einem Gespräch mit einem Holocaust-Überlebenden zusammen. Mit einem Rundgang durch die historische Altstadt Jerusalems fand der berührende Tag seinen Ausklang.

Vom Ölberg durch den Garten Gethsemane hinab erkundete die Reisegruppe am nächsten Tag von einer anderen Seite die Altstadt Jerusalems: vorbei am Bethesda-Teich, durch die Via Dolorosa, das jüdische Viertel und zur wiederaufgebauten Hurva-Synagoge ging die Tour. Höhepunkt der Altstadt-Wanderung war der Besuch der Westmauer. Dann hieß es Abschied nehmen von Jerusalem, die Gruppe machte sich auf den Weg nach Galiläa und erreichte noch am Abend Tiberias am See Genezareth.

 

 

Tags darauf stand eine Bootsfahrt über den See Genezareth und die Besichtigung historischer Stätten auf dem Programm: der Berg der Seligpreisungen, die Brotvermehrungskirche in Tabgha sowie das Haus des Petrus und die antike Synagoge in Kapernaum. Danach fuhr die Gruppe auf den Golan und genoss von dort aus die Sicht auf das Hula-Tal. Ein Blick nach Syrien machte die strategische Wichtigkeit des Golan für die Verteidigung Israels deutlich. 

 

 

 

Der letzte Tag der Reise war dem modernen Israel gewidmet. Nach dem Frühstück besichtigte die Reisegruppe das nationale Wasserprojekt Sapir und erfuhr dort Interessantes über Israels Umgang mit dem kostbaren Nass. In Gush Segev nahmen die Reisenden daraufhin den innovativen Industriepark des israelischen Unternehmers  Stef Wertheimer in Augenschein. Gänzlich um interessante antike Sehenswürdigkeiten kommt man in Israel aber nirgendwo herum. Und so durfte auf dem Weg entlang der Mittelmeerküste auch ein Besuch der Ausgrabungen in Caesarea Maritima nicht fehlen. Nach einer letzten Übernachtung in Ramat Gan stand zeitig am nächsten Tag die Heimreise an. Schade. Wir wären gern noch länger geblieben…